11.07.2018Sonnencreme richtig auftragen

Die Temperaturen bestätigen uns: Es ist Sommer und wir genießen die Sonne in vollen Zügen. Natürlich wissen wir, dass ein ausreichender Sonnenschutz dringend notwendig ist, um uns vor Sonnenbrand, vorzeitiger Hautalterung und Pigmentflecken zu schützen. (Wir können es gar nicht oft genug betonen: Sonnenstrahlung ist der Anti-Aging-Faktor Nummer 1!) Doch das passende Sonnenschutzmittel mit einem ausreichenden Lichtschutzfaktor allein ist nicht ausreichend, es muss auch richtig angewandt werden, denn nur dann gewährleistet es einen sicheren UV-Schutz.

So ist es beispielsweise wichtig, sich regelmäßig neu einzucremen, damit der Schutz durchgängig bestehen bleibt, denn beim Schwitzen oder Baden verabschiedet sich ein Teil des Schutzes – auch wenn das Produkt "wasserfest" ist. Deshalb sollte man spätestens (!) aller zwei Stunden nachcremen. Die Creme besser als dünnen Film auftragen, denn wird sie in die Haut eingerieben, nimmt die Schutzwirkung ab. Nach dem ersten Eincremen dauert es eine Weile, bis der volle Schutz besteht (ausgenommen Produkte mit mineralischen UV-Filtern, welche sofort wirken), deshalb unbedingt 20 bis 30 Minuten bevor man nach draußen geht eincremen. Vorsicht bei dünnflüssigen Präparaten und Sprays: Um den vollen Schutz zu erreichen, muss hier zwei- bis dreimal nachgesprayt werden.

Ein weiteres Problem ist, das nicht nur zu selten, sondern auch zu wenig Sonnencreme benutzt wird. "Weniger ist mehr" trifft hier definitiv nicht zu, ganz im Gegenteil: Ein Zuviel gibt es bei Sonnencreme nicht. Empfohlen werden zwei Milligramm pro Quadratzentimeter Hautfläche. Oder einfacher gesagt – einen Teelöffel für das Gesicht und drei Esslöffel für den Körper. Um es noch deutlicher auszudrücken: Wer mit einer Flasche Sonnencreme sieben Tage Strandurlaub übersteht, macht etwas falsch und benutzt eindeutig zu wenig. Eine einfache Rechnung: Nehmen wir an, ein Erwachsener cremt sich in 7 Tagen ungefähr dreimal am Tag mit 30 Milliliter Creme ein, so sind das pro Tag 90 Milliliter und in 7 Tagen 630 Milliliter. Wir bräuchten also für einen einwöchigen Urlaub ungefähr 3 Flaschen.

Leider werden beim Eincremen gewisse Körperregionen auch schlicht vergessen: Füße, Hände, die Rückseiten der Arme, die Ränder an der Badebekleidung und vor allem der Rücken kommen beim Sonnenschutz häufig zu kurz. Zudem sollten die sogenannten "Sonnenterrassen" wie Lippen, Nase, Ohren oder Stirn mit einem höheren Lichtschutzfaktor eingecremt werden, denn sie sind der Sonne häufiger und länger ausgesetzt und daher besonders gefährdet für einen Sonnenbrand. Übrigens müssen gerade unsere Hände besonders gut geschützt und nicht nur beim Eincremen mit den Resten des Sonnenschutzmittels bedacht werden, denn die Hautalterung zeigt sich hier am schnellsten.

Ein weiterer Irrglaube ist, dass man an bewölkten Tagen den Sonnenschutz weglassen kann, doch auch wenn der Himmel bedeckt ist, dringt schädliche UV-Strahlung in die Haut ein. Bis zu 90 Prozent der gefährlichen Strahlen bahnen sich einen Weg durch die Wolkendecke und können so Sonnenbrand verursachen. Ansonsten gilt: Selbst ein sehr hoher Lichtschutzfaktor gewährt keinen 100-prozentigen Schutz. Guter Sonnenschutz bedeutet auch, dass man nicht zu viel Zeit in der Sonne verbringt, die Mittagssonne meidet und Kleidungsstücke mit längeren Armen und Beinen sowie Hüte trägt.

Tipp: Auch Sonnencreme hat ein Verfallsdatum und die darin enthaltenen Schutzstoffe lassen mit der Zeit nach. Zudem ist es sinnvoll, die Hinweise zur richtigen Lagerung zu beachten.