21.02.2018"Flush": Wenn das Gesicht rot wird

Es kann durchaus charmant wirken, wenn die Wangen nach einem Gläschen Wein oder während einer hitzigen Diskussion erröten. Tritt die Hautrötung jedoch immer häufiger auf oder wird gar zum Dauerzustand, so kann dies zu seelischen Belastungen bei den Betroffenen führen. Man spricht hier auch vom "Fluch der Kelten", denn betroffen sind vor allem Menschen mit heller, sommersprossiger Haut und rötlich-blonden Haaren (also keltische Hauttypen). Hinzu kommt, dass Rötungen auf heller Haut natürlich deutlicher zu sehen sind. Doch wie kommt es eigentlich dazu?

Dehnen sich die Blutgefäße schnell aus, so steigt einem sozusagen die Röte ins Gesicht, anschließend ziehen sich die Gefäße wieder auf den Normalzustand zusammen. Anfangs klingen die Rötungen wieder ab, doch mit der Zeit kann sich dieses Phänomen verschlimmern und die zunehmend erweiterten Blutgefäße werden mit bloßem Auge sichtbar. Es schimmern feine Äderchen durch die Gesichtshaut, vorwiegend an den Wangen und der Nase, und aus gelegentlichen "Flushs" können sich dauerhafte Rötungen entwickeln – bis hin zu entzündlichen Pusteln und Papeln.

Hauptursache für die Entstehung einer sogenannten Couperose oder auch Rosacea ist die erbliche Veranlagung zu einer Bindegewebsschwäche, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Besonders Frauen über 40 erröten häufig an Nase und Wangen. Diese Schübe sind vermutlich eine Folge der Wechseljahre – die Betroffenen haben Hitzewallungen, die Haut juckt und brennt. Ist die Steuerung der Blutgefäße gestört, bleibt die Rötung, da sich die Gesichtsäderchen nicht mehr von selbst schließen.

Interne und externe Faktoren wie zu heißes oder scharfes Essen, übermäßiger Alkohol- oder Tabakkonsum, Kaffee oder andere koffeinhaltige Getränke, Medikamente, UV-Strahlung, Luftverschmutzung, Wind, Hitze, Kälte (beziehungsweise extreme Temperaturschwankungen), übermäßiger Sport oder auch psychisch-emotionale Auslöser wie Stress, Wut, Scham und Erregung können die Rötung im Gesicht noch verschlimmern. Deshalb besteht die präventive Behandlung darin, diese auslösenden Faktoren minimal zu halten.

Um unnötige Hautirritationen zu vermeiden, sollten nur Pflege- und Kosmetikprodukte verwendet werden, die auf diesen speziellen Hauttyp abgestimmt und leicht aufzutragen beziehungsweise zu entfernen sind. Feuchtigkeitscremes mit Inhaltsstoffen wie Vitamin C (stärkt die Wände feiner Blutgefäße) und Vitamin B (trägt zur Hautstärkung und damit zum Schutz vor externen Reizstoffen und klimatischen Schwankungen bei) sollten täglich angewendet werden. Zusätzlich kann die Haut mit einem feinen Nebel Thermalwasserspray beruhigt werden.

Duschen sollte man nur lauwarm und auf Saunagänge sowie heiße Bäder besser ganz verzichten. Sport ist natürlich immer empfehlenswert, doch sollte man lieber gemäßigte Sportarten wählen, bei denen der Körper nicht so schnell überhitzt – sonst könnten sich die feinen Äderchen weiten. Geeignet ist beispielsweise Nordic Walking oder leichtes Joggen. Auch Wassersport ist eine gute Alternative, denn das kühle Wasser wirkt der Wärme, die beim Sport entsteht, entgegen. Beim Sport im Freien unbedingt auf einen Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor achten!

Allgemein kann eine gesunde Lebensweise und Ernährung das Hautbild verbessern – auch bei Couperose oder Rosacea. Dazu gehört: Viel Wasser trinken (circa anderthalb bis zwei Liter pro Tag), sich ausgewogen und abwechslungsreich ernähren (häufig zu Obst und Gemüse greifen, nicht täglich Fleisch, dafür ein- bis zweimal in der Woche Fisch essen), Süßigkeiten sowie süße Getränke vermeiden und salzige oder fettige Snacks reduzieren. Säfte sollten aufgrund ihres oft hohen Zuckergehalts am besten in Form von Fruchtschorlen getrunken werden.

Tipp: Der Haut zuliebe sollte man Stress und anderen seelischen Belastungen aus dem Weg gehen, denn diese können die Beschwerden (bspw. Rötungen im Gesicht) noch verstärken. Da dies nicht immer möglich ist, helfen Entspannungsübungen wie Yoga oder autogenes Training dabei, Anspannungen abzubauen und mehr innere Ausgeglichenheit zu finden.